admin Juni 23, 2026 0 Comments

Abgenutzte Innentüren lassen eine Wohnung schnell älter wirken, obwohl Boden, Wände und Möbel noch gut in Schuss sind. Die Entscheidung ist meist nicht: neue Tür oder nichts, sondern: streichen, folieren oder Türblatt tauschen.

Gerade in Mietwohnungen und Altbauwohnungen lohnt sich ein genauer Blick auf Zustand, Maße, Zarge und Zustimmung des Vermieters. Wer sauber plant, spart pro Tür schnell 100 bis 300 EUR und vermeidet Ärger bei der Wohnungsübergabe.

Auf einen Blick

  • Günstigste Lösung: Tür streichen kostet meist 45 bis 120 EUR Material pro Tür, wenn Sie selbst arbeiten.
  • Schnellste optische Lösung: Möbelfolie oder Türfolie liegt bei etwa 25 bis 90 EUR pro Tür, braucht aber sehr saubere Kanten.
  • Sauberste Dauerlösung: Ein neues CPL-Türblatt kostet häufig 120 bis 280 EUR, mit Beschlägen und Montage eher 250 bis 550 EUR.
  • Wichtig in Mietwohnungen: Türblatt, Zarge und Beschläge gehören in der Regel zur Mietsache. Austausch oder Kürzen vorher schriftlich klären.

Drei Wege im Vergleich: streichen, folieren oder tauschen

Die richtige Lösung hängt zuerst davon ab, ob nur die Oberfläche unschön ist oder ob die Tür verzogen, beschädigt oder schlecht schließend ist. Eine 86 cm breite und 198,5 cm hohe Standardtür lässt sich meist einfacher modernisieren als eine Sondergröße im Altbau.

In der Praxis wird oft zu früh ausgetauscht. Wenn die Tür gerade hängt, nicht schleift und die Zarge stabil ist, reicht eine Oberflächenrenovierung häufig völlig aus. Ist dagegen das Türblatt aufgequollen oder hat die Zarge Risse, ist Streichen nur Kosmetik.

Option Typische Kosten pro Tür Geeignet für
Streichen 45 bis 120 EUR Material, 180 bis 350 EUR mit Maler Lackierte Holztüren, leichte Kratzer, Mietwohnung mit Rückbauoption
Folieren 25 bis 90 EUR DIY, 160 bis 280 EUR vom Profi Glatte Türen, schnelle Farbänderung, wenig Schleifstaub
Türblatt tauschen 120 bis 280 EUR Türblatt, 250 bis 550 EUR inklusive Montage Starke Schäden, moderne CPL-Oberfläche, passende Normzarge
Türblatt und Zarge tauschen 380 bis 900 EUR komplett je nach Wandstärke Schiefe oder beschädigte Zarge, umfassende Renovierung
Renovierte weiße Innentür im Altbauflur mit moderner Drückergarnitur, Beispiel für Innentüren renovieren und Tür streichen.
Weiße Innentür nach der Renovierung im Altbauflur.

Streichen: günstig, aber arbeitsintensiv

Beim Streichen zahlen Sie vor allem mit Zeit. Für eine Tür benötigen Sie Anschleifpapier, Entfetter, Grundierung, Lack, Lackrolle und eventuell Spachtelmasse. Realistisch sind 35 bis 70 EUR für guten Türlack, 15 bis 30 EUR für Haftgrund und 10 bis 25 EUR für Rollen und Schleifmittel.

Bei alten Türen mit Profilen dauert die Vorbereitung länger als das Lackieren selbst. Rechnen Sie mit 3 bis 5 Stunden Arbeitszeit pro Tür, verteilt auf Schleifen, Entstauben, Grundieren, Lackieren und Trocknen. Türen sollten möglichst ausgehängt und auf Böcken lackiert werden, sonst entstehen schnell Läufer an der Fläche.

Folieren: schnell, aber empfindlich an Kanten

Türfolie kann gut funktionieren, wenn das Türblatt glatt, sauber und nicht stark beschädigt ist. Für eine Standardtür mit etwa 86 x 198,5 cm brauchen Sie ausreichend Folienbreite und Reserve für Kanten. Gute Folien liegen meistens bei 25 bis 60 EUR pro Türseite, Spezialdekore können 80 bis 120 EUR kosten.

Die Schwachstellen sind Türkanten, Drückerbereich und Unterkante. Dort wird gegriffen, gestoßen und gewischt. Bei Türen zum Bad oder zur Küche sollten Sie besonders vorsichtig sein, weil Feuchtigkeit und Wärme die Haftung belasten können.

Tauschen: teurer, aber technisch sauber

Ein neues Türblatt ist sinnvoll, wenn die alte Tür verzogen ist, tiefe Schäden hat oder optisch nicht mehr zur Wohnung passt. CPL-Türen sind in deutschen Haushalten beliebt, weil die Oberfläche robuster ist als einfache Lackfolie. Ein schlichtes weißes CPL-Türblatt kostet im Baumarkt oder Fachhandel häufig 120 bis 280 EUR.

Dazu kommen Drückergarnitur für 20 bis 80 EUR, Bänder falls nötig für 15 bis 45 EUR und eventuell ein neues Einsteckschloss für 12 bis 35 EUR. Für das Einhängen und Einstellen berechnet ein Handwerker oft 80 bis 180 EUR, bei Anpassarbeiten mehr.

Maße prüfen: Normtür oder Altbau-Sonderfall?

Bevor Sie etwas bestellen, messen Sie nicht nur die alte Tür, sondern auch die Zarge. In Deutschland sind viele Innentüren nach DIN 18101 geplant. Häufige Türblattmaße sind etwa 73,5 x 198,5 cm, 86 x 198,5 cm oder 98,5 x 198,5 cm.

Das heißt aber nicht, dass jede alte Tür automatisch passt. Besonders im Altbau können Zargen leicht schief sitzen, die Bandpositionen abweichen oder Türblätter wurden in den letzten Jahrzehnten schon einmal gekürzt. Messen Sie daher Breite oben, mittig und unten sowie die Höhe links und rechts.

So messen Sie richtig

  • Türblattbreite: außen von Kante zu Kante messen, nicht nur die lichte Durchgangsbreite.
  • Türblatthöhe: von Oberkante bis Unterkante, besonders prüfen, ob unten gekürzt wurde.
  • Bandabstand: Abstand von Oberkante Tür bis Mitte oberes Band und bis Mitte unteres Band notieren.
  • Falzart: gefälzt oder stumpf einschlagend prüfen, weil Beschläge und Zarge dazu passen müssen.
  • Anschlagrichtung: DIN links oder DIN rechts bestimmen, indem Sie auf die Seite schauen, auf der die Bänder sichtbar sind.

Für barrierearmes Wohnen ist eine lichte Durchgangsbreite von etwa 80 cm wichtig, bei Rollstuhlnutzung nach DIN 18040 eher 90 cm. Das betrifft vor allem Neubau, altersgerechte Umbauten oder Eigentumswohnungen, in denen ohnehin renoviert wird.

Wenn Sie parallel Boden, Sockelleisten oder Wandfarbe erneuern, planen Sie die Reihenfolge. Erst grobe Arbeiten und Bodenaufbau klären, dann Türblattlänge festlegen. Mehr Details dazu passen gut zum Thema Boden renovieren Reihenfolge.

Kosten realistisch kalkulieren: vom Einzelblatt bis zur ganzen Wohnung

Eine einzelne Tür zu renovieren ist überschaubar. Bei einer kompletten 3-Zimmer-Wohnung mit Bad, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche und Abstellkammer kommen aber schnell 5 bis 7 Türen zusammen. Dann entscheidet die Methode über mehrere hundert oder sogar über 2.000 EUR Unterschied.

Beispiel: In einer 75 m² Altbauwohnung in Hamburg mit fünf alten, weißen Holztüren sind drei Türen nur vergilbt, eine Badezimmertür hat Feuchteschäden an der Unterkante und die Küchentür schließt schlecht. Hier wäre es wirtschaftlich, drei Türen zu lackieren, die Badezimmertür zu tauschen und die Küchentür zuerst vom Tischler einstellen zu lassen.

Typische Kostenpositionen

  • DIY-Lackierung pro Tür: 45 bis 120 EUR Material, ohne eigene Arbeitszeit.
  • Maler pro Tür: 180 bis 350 EUR, abhängig von Profilen, Zustand und Anzahl der Lackschichten.
  • Türfolie DIY: 25 bis 90 EUR pro Tür, bei zwei Seiten entsprechend mehr.
  • Profi-Folierung: 160 bis 280 EUR pro Tür, meist nur sinnvoll bei glatten Flächen.
  • CPL-Türblatt: 120 bis 280 EUR, einfache weiße Modelle günstiger als Dekor oder Stiltüren.
  • Neue Zarge: 90 bis 220 EUR Material, bei Sonderwandstärken mehr.
  • Montage Türblatt und Zarge: 180 bis 450 EUR je Tür, wenn alte Zarge entfernt und sauber eingebaut wird.

Erfahrungsgemäß unterschätzen viele Haushalte die Nebenkosten. Neue Drücker, Rosetten, Bänder, Dichtungen und Entsorgung summieren sich bei sechs Türen leicht auf 250 bis 500 EUR zusätzlich.

Wenn Sie wegen Lärm aus dem Flur oder WG-Zimmern über neue Türen nachdenken, prüfen Sie auch den Schallschutz. DIN 4109 betrifft den baulichen Schallschutz, einfache Innentüren erreichen aber ohne passende Dichtungen und Bodenspalt selten spürbar bessere Werte. Mehr dazu wäre ein Thema für Schallschutz Innentüren Wohnung.

Montage, Mietrecht und typische Altbau-Probleme

Handwerker misst eine Innentür mit Zollstock und prüft die Zarge, wichtig für Türmaße DIN 18101 und Türblatt tauschen.
Vor dem Türtausch müssen Zarge, Bandseite und Höhe exakt stimmen.

In einer Mietwohnung sollten Sie vor einem Austausch immer schriftlich beim Vermieter anfragen. Das gilt besonders, wenn Sie Zargen ausbauen, Türblätter entsorgen, Beschläge wechseln oder Türen kürzen möchten. Rein dekorative Maßnahmen wie ein fachgerechter Anstrich sind oft weniger kritisch, können aber bei kräftigen Farben trotzdem zur Rückbaupflicht führen.

Typischer Fehler in deutschen Altbauwohnungen: Die neue Tür wird nach altem Türblattmaß bestellt, obwohl die Zarge verzogen ist. Dann streift die Tür oben, hat unten einen schiefen Spalt oder fällt von selbst zu. Besser ist es, vor der Bestellung die Zarge mit Wasserwaage oder Kreuzlinienlaser zu prüfen.

Wann ein Handwerker sinnvoll ist

Ein Tischler oder erfahrener Monteur lohnt sich, wenn die Zarge bleiben soll, aber das Türblatt angepasst werden muss. Das Kürzen einer Tür kostet oft 40 bis 90 EUR, bei CPL-Türen mit sauberer Kantenbearbeitung eher mehr. Das Einfräsen oder Anpassen von Bändern kann weitere 50 bis 120 EUR kosten.

Bei Wohnungseingangstüren sollten Sie besonders vorsichtig sein. Sie sind keine normalen Innentüren, sondern betreffen Brand-, Schall- und Einbruchschutz sowie die Gebäudehülle zum Treppenhaus. Hier sind eigenmächtige Änderungen in Mietwohnungen praktisch nie empfehlenswert.

Bad, Küche und Kinderzimmer anders bewerten

Die Badezimmertür muss Feuchtigkeit besser verkraften. Wenn unten bereits Quellungen sichtbar sind, hält neuer Lack nur begrenzt. Eine CPL-Tür mit sauber versiegelter Unterkante ist hier oft langlebiger als Folie.

Im Kinderzimmer zählen robuste Oberflächen und sichere Beschläge. Drücker mit scharfen Kanten oder wackelige Rosetten sollten ausgetauscht werden. Für eine solide Drückergarnitur in Edelstahloptik zahlen Sie etwa 25 bis 70 EUR.

In der Küche können Fettfilm und Wärme die Renovierung erschweren. Vor Lack oder Folie muss die Tür gründlich entfettet werden. Sonst haftet auch teures Material schlecht.

Schritt für Schritt zur richtigen Entscheidung

Gehen Sie nicht nach dem ersten Eindruck, sondern nach Zustand und Ziel. Eine Tür, die nur vergilbt ist, braucht keine neue Zarge. Eine Tür, die nicht schließt, wird durch Folie nicht besser.

1. Zustand bewerten

Prüfen Sie Kratzer, Dellen, Feuchteschäden, verzogene Flächen und schließende Beschläge. Kleine Lackschäden lassen sich spachteln. Aufgequollene Unterkanten, tiefe Risse oder gelöste Decklagen sprechen eher für Austausch.

2. Nutzung des Raumes einbeziehen

Bad, Küche, Kinderzimmer und WG-Zimmer werden stärker belastet als Abstellkammern. In einer WG lohnt sich eine robuste CPL-Oberfläche eher als eine empfindliche Folie. Im selten genutzten Gästezimmer kann Streichen völlig ausreichen.

3. Zarge separat beurteilen

Eine schöne neue Tür in einer vergilbten oder beschädigten Zarge wirkt selten überzeugend. Wenn die Zarge gerade, aber farblich alt ist, kann Lackieren die beste Kombination sein. Ist sie locker oder mehrfach überstrichen, sollten Sie den Komplettaustausch prüfen.

4. Rückbau und Vermieter klären

Bei Mietwohnungen dokumentieren Sie den Ausgangszustand mit Fotos. Fragen Sie schriftlich an, ob Türblätter getauscht oder alte Türen eingelagert werden dürfen. So vermeiden Sie Diskussionen beim Auszug.

5. Erst eine Probetür machen

Renovieren Sie nicht sofort alle Türen. Testen Sie Lack, Folie oder ein neues Türblatt an einer weniger sichtbaren Tür. So sehen Sie, ob Farbe, Oberfläche, Spaltmaße und Beschläge zum Rest der Wohnung passen.

Wenn ohnehin der Flur neu gestaltet wird, sollten Türen, Wandfarbe und Garderobe zusammen geplant werden. Praktische Ideen dazu finden Sie unter Flur modernisieren Mietwohnung.

Zusammenfassung

  • Tür streichen ist die günstigste Lösung, wenn das Türblatt technisch in Ordnung ist.
  • Folieren eignet sich vor allem für glatte Türen, verlangt aber sehr saubere Kanten und Untergründe.
  • Türblatt tauschen lohnt sich bei verzogenen, beschädigten oder stark beanspruchten Türen.
  • Vor Bestellung immer Türblatt, Zarge, Bandposition, Falzart und DIN-Richtung messen.
  • In Mietwohnungen Änderungen an Türen und Zargen schriftlich mit dem Vermieter klären.
  • Für eine komplette Wohnung mit 5 bis 7 Türen realistisch zwischen 300 EUR DIY-Lackierung und 3.000 EUR Komplettaustausch einplanen.
  • Bei Altbau, schiefen Zargen oder Schallschutzwunsch besser einen Tischler oder Monteur einbeziehen.

Häufige Fragen

Was ist günstiger: Innentür streichen oder austauschen?

Streichen ist fast immer günstiger. DIY liegen die Materialkosten meist bei 45 bis 120 EUR pro Tür. Ein neues Türblatt kostet mit Beschlägen und Montage häufig 250 bis 550 EUR.

Kann ich in einer Mietwohnung einfach neue Türen einbauen?

Nicht ohne Klärung. Türblätter und Zargen gehören in der Regel zur Mietsache. Holen Sie vor Austausch, Kürzen oder Entsorgung eine schriftliche Zustimmung des Vermieters ein.

Welche Türmaße sind in Deutschland üblich?

Häufige Türblattmaße nach gängigen DIN-18101-Rastern sind 73,5 x 198,5 cm, 86 x 198,5 cm und 98,5 x 198,5 cm. Im Altbau sollten Sie trotzdem immer nachmessen.

Hält Folie auf alten lackierten Türen?

Ja, wenn der Lack fest, glatt, sauber und fettfrei ist. Abplatzender Lack, Profile, Risse und feuchte Unterkanten sind schlechte Voraussetzungen für eine dauerhafte Folierung.

Wann sollte die Zarge mitgetauscht werden?

Wenn sie locker, verzogen, stark beschädigt oder optisch nicht mehr zu retten ist. Auch bei einem Wechsel auf stumpf einschlagende Türen muss die Zarge meist ersetzt werden.

Verbessert eine neue Innentür den Schallschutz?

Nur begrenzt, wenn Zarge, Dichtung und Bodenspalt nicht mitgeplant werden. Für spürbar bessere Schalldämmung brauchen Sie ein passendes Türsystem und saubere Montage.